Vier Hauptthemen meiner Hundeführung

Juni 07, 2019

Vier Hauptthemen meiner Hundeführung

Hundeführung setzt sich für mich prinzipiell aus vier wesentlichen Themen zusammen: der Hund, der Mensch, die Leine als Nebensache und die Leine als kommunikatives Signalhilfsmittel. In diesem Betrag möchte ich Ihnen zum Einstieg einen kleinen Überblick verschaffen. In den kommenden Wochen werden die einzelnen Themen noch genauer erläutert und vertieft.

1. DER HUND

Hunde können nicht vernunftgesteuert agieren und reagieren, deshalb stellen sie eine abstrakte Gefahr für ihr Umfeld dar. Diese Gefahr konkretisiert sich mit dem Grad des Freiraums, der dem Hund zugestanden wird und innerhalb dessen er sich nicht mehr unter Aufsicht oder Kontrolle seines Hundehalters befindet. Wenn Sie, wie ich annehme, mit Ihrem Hund Übereinkünfte treffen und ihn über ein kommunikatives Zusammenspiel führen wollen, um sein Gefahrenpotenzial auf ein Minimum zu reduzieren, dann ist es unausweichlich, sich mit seinem Wesen und seiner Art auseinanderzusetzen und zu kommunizieren.

2. DER MENSCH

Hundeführung bedarf der Intention des Hundehalters, seinen Hund so zu führen, dass dieser sich und andere nicht gefährdet, belästigt oder ängstigt. Wer einen Hund hält, hat sogar die gesetzliche Verpflichtung, ihn entsprechend zu führen. Dazu habe ich das Konzept der fünf Freiraumzonen entwickelt. Dieses Konzept baut auf Vertrauen, Bindung und Kommunikation auf und verfolgt die Idee, dem Hund nur noch den Freiraum zur Verfügung zu stellen, in dem er jederzeit zu seinem Menschen verlässlich Kontakt aufnimmt und solange mit diesem in Kontakt bleibt, bis der Mensch das Kontakthalten wieder als beendet erklärt.

3. DIE LEINE ALS NEBENSACHE

Jeder Hundehalter wünscht sich einen Hund, der gesittet an der Leine läuft und sich keinesfalls leinenaggressiv verhält. Aber wie lässt es sich bewerkstelligen, dass ein ruhiges und entspanntes Gehen mit einem angeleinten Hund zur Selbstverständlichkeit wird? Diese Fragestellung spiegelt meiner Meinung nach eines der größten Probleme von Hundebesitzern. Mithilfe der Freiraumzone 1 wird es Ihnen gelingen, Ihrem Hund beizubringen, freudig an Ihrer Seite zu bleiben, dabei sein Augenmerk auf Ihre Körpergesten zu richten und sich über diese lenken und führen zu lassen. Als Ergebnis wird er sich auch angeleint wie gewohnt an Ihnen orientieren und somit an lockerer Leine nebenherlaufen. Die Leine wurde somit zur Nebensache für ihn. 

4. DIE LEINE ALS KOMMUNIKATIVES SIGNALHILFSMITTEL

Wer einen Hund in verkehrsreicher Lage und der Gesetzgebung entsprechend führen will, kommt nicht ohne Leine aus. Dazu benötigt man das richtige Handwerkszeug: Halsband und Führleine (diese können Sie bei uns im Shop erwerben). Die am Halsband angeklickte Leine gestattet eine schnelle und präzise Signalübermittlung. Das kann mit einem Brustgeschirr nicht geleistet werden, sodass bei der Umsetzung meines Leinenkonzeptes auf die Verwendung eines Brustgeschirrs verzichtet werden muss. Sowohl aktive als auch passive Leinensignale dienen dazu, mit dem Hund Übereinkünfte zu treffen, auf die infolge der Führung des Hundes zurückgegriffen werden kann. Je nach Verwendung erhalten sowohl Leine als auch Leinensignale Symbolcharakter und codieren für bestimmte Bedeutungsinhalte. Gerade in diesem Bereich kommt dem Umgang mit der Leine eine vielfach unterschätzte Bedeutung zu. Damit ein wechselseitiges Beeinflussen und ein vertrauensvoller Abgleich über die Leine stattfinden kann, wird sie äußerst sensibel und im kommunikativen Sinn gehandhabt.

DRAN BLEIBEN!  Diese vier Hauptthemen meiner Hundeführung werden in den kommenden Beiträgen genauer erläutert und vertieft. Nächste Woche geht's weiter ...

Das zugehörige Buch „Der Hund an der Leine“ ist in unserem Shop erhältlich.

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