Die verrückten 5 Minuten (Teil 1)

August 20, 2021

Die verrückten 5 Minuten (Teil 1)

So mancher Welpe beißt in alles, was er zwischen die Zähne kriegen kann und dazu gehören auch Hände, Arme und Füße seines Menschen. Das für alle Welpen gültige Patentrezept, um ein In-Alles-Reinbeißen, Alles-Annagen, Total-Durchgeknallt-Zu-Sein abzustellen, gibt es nicht. Doch mit einigem Verständnis für die schwere Zeit, die der Welpe mitmacht und dem Befolgen einiger grundlegender Verhaltensweisen können Welpe und Mensch diese Zeit gut überstehen.

So mancher Welpe beißt in alles, was er zwischen die Zähne kriegen kann und dazu gehören mit Vorliebe auch Hände, Arme und Füße seines Menschen. Ich kenne viele Welpenbesitzer, die bereits nach den ersten Tagen aussehen als hätten sie sich durch eine Dornenhecke gearbeitet ohne Handschuhe zu tragen. Das für alle Welpen gültige Patentrezept, um das In-Alles-Reinbeißen, Alles-Annagen, Alles-In-Kleinste-Teile-Zerreißen, Total-Durchgeknallt-Zu-Sein abzustellen, gibt es nicht. Aber mit einigem Verständnis für die schwere Zeit, die der Welpe mitmacht und dem Befolgen einiger grundlegenden Verhaltensweisen können Welpe und Mensch diese Zeit gut überstehen.

Wieviel Beißhemmung hat dein Welpe?

Eine Veranlagung zur Beißhemmung ist bei einem Hund Prinzipiell vorhanden. Sie ist eine wichtige Funktion im sozialen Kontakt unter Artgenossen. Schon früh lernt ein Welpe von seinen Wurfgeschwistern und der Mutterhündin spielerisch beim Raufen, Kneifen und auch mal Zubeißen seine Grenzen kennen. Dies jedoch nur, wenn Wurfgeschwister und/oder Mutterhündin sich auch entsprechend artikulieren, und wenn dein Welpe nicht derjenige im Wurf war, der keine Gegenspieler hatte und deshalb alle anderen ständig unterbuttern konnte. Unsere Hündin ist mit 4 Rüden aufgewachsen, sie musste sich auch entsprechend bei diesen durchsetzen. Das hatte zur Folge, dass sie diese für uns eher unangenehmen Verhaltensmuster für mehrere Wochen weiter zeigte. Es dauerte einige Zeit, bis sie einen sanfteren und sozialeren Umgang mit uns gelernt hatte.

„Auuah", das tut weh!

Bei dem einen oder anderen Welpen kannst du die Veranlagung zur Beißhemmung nutzen, indem du ihn spielerisch herausforderst, und ihm dann zeigst, dass du noch sensibler reagierst als seine Geschwister, denn deine Haut ist schließlich nicht durch Fell geschützt. Dabei kannst du ihm durch dein Verhalten vermitteln, dass dir Beißen sehr unangenehm ist.

Ein Beispiel: Attackiert dein Welpe dich durch ein aufforderndes in Hand, Arm, Ferse, Wade oder Kleidung zwicken, genügt zumeist ein lautes, hohes, quietschendes und wehklagendes „Auu-auu-auu“. Zeige deinem Welpen durch diesen Wehlaut, dass es dir richtig weh getan hat. Dein Schmerzenslaut muss jedoch entsprechend überzeugend sein, damit er bei ihm auch so ankommt!

Was du auch beachten musst: ein Wegziehen der Hand oder des Beins, in das der Kleine reinbeißen möchte, motiviert ihn eher dazu, nachzuschnappen oder fester zuzubeißen. Das macht ihm meistens auch noch Spaß, denn er will „es“ festhalten, damit „es“ nicht „wegläuft“. Bekommt er auch noch ständig deine volle Aufmerksamkeit, wenn er an dir herumbeißt, dann wird es bald seine Strategie sein. Ihm ist langweilig, er fängt an herumzutoben und schon hat er eine Reaktion von dir.

Doch Vorsicht: Ein spielerisches Herausfordern, um ihn dabei einen sanften Umgang zu lehren, funktioniert leider nicht bei jedem Welpen. Manche Welpen werden durch falsches, vermeintlich „spielerisches Kämpfen“ des Menschen erst so richtig hochgepuscht.

Hierzu haben wir bereits ein Video auf unserem Youtube-Kanal. Hier geht's zu meinem Youtube Kanal.

Manchmal ist es auch in Ordnung, wenn man den Welpen einfach machen lässt. Erschöpft schläft Katinka nach ihren fünf verrückten Minuten ein und ist zufrieden!


Eine Zeitlang durfte Katinka in das Fell beißen und es rupfen. Nachdem das aber zu wild geworden ist, wurde es ihr nicht weiter gestattet.


Grundsätzlich solltest du bei einem Welpen immer zuerst die Wehklagen-Variante anwenden, und nur wenn diese wirklich keinen Erfolg zeigt, und er sich weiterhin so richtig durchgeknallt aufführt, dann musst du ihm deutlicher vermitteln, dass dir sein Verhalten nicht angenehm ist. Stellt er also sein Beißen oder An-Der-Kleidung-Ziehen nicht ein, kannst du versuchen, ein warnendes, tiefes Knurren von dir zu geben. Schaut er und hört auf, dann kommt sofort ein ruhiges, sanftes Liebkosen und/oder Schmusen als positive Alternative. Wird auch dieser Warnlaut ignoriert, solltest du eine deutliche Grenze über ein energisches „Pfui“ setzen. Wenn das aber immer noch nicht ausreicht, folgt ein deutlicher Klaps auf den Kopf, um ihn zur Ruhe zu bringen. Dieser Klaps sollte dem entsprechen, wie ein Abschnappen unter Hunden stattfindet. Ausschlaggebend für die Überzeugungskraft deiner Reaktion ist immer die Klarheit und Eindeutigkeit deiner Signale. Ein halbherziges Reglementieren vermittelt vielen Welpen kein unmissverständliches „Lass das sein!“ Vergesse jedoch dabei nie: Sofort, wenn dein Welpe das Beißen einstellt, zeigst du ihm durch einen freundlich sanften, hohen Laut, dass du wieder positiv gestimmt bist und alles in Ordnung ist.

Fassen wir zusammen:

Das solltest du nicht machen, wenn dein Welpe dazu neigt, ständig an dir herumzubeißen

— Wilde Rauf-, Zerr- oder Fangspiele

— Zu Boden drücken, am Nacken packen und schütteln, Schnauzengriff etc.

— Ihn ständig und langanhaltend nur immer schimpfen

— Hand / Bein etc. wegziehen, das motiviert zum Nachschnappen und Festhalten

— Ständig sofort auf ihn reagieren und ihm dadurch Aufmerksamkeit schenken

— Das Beißen ignorieren

— Quietschspielzeug zur Verfügung stellen

Das kannst du machen, um deinen Welpen davon abzuhalten, an dir herumzubeißen

— Wehklagen, laut Aua-quietschen (das kennt er von den Wurfgeschwistern) und ihm auf diese Weise zeigen, dass er dir weh tut

— Warnendes und tiefes Knurren (das kennt er von der Mutterhündin)

— Deutliche Grenze zeigen über ein energisches „Pfui“ und eventuell dazu ein Abschnappen über einen leichten Klaps

Bei diesen 3 Punkten ist unbedingt zu beachten, dass du ihm in dem Augenblick, in dem er auf dein Verhalten reagiert und sein Beißen beendet, sofort durch einen freundlich sanften, hohen Laut zeigst, dass du wieder positiv gestimmt bist und alles in Ordnung ist. Wichtig ist, dass du immer angepasst an die Situation auf den Welpen einwirkst. Manchmal genügt der Wehlaut, manchmal muss es ein Knurren sein und manchmal muss du energischer werden.

Fortsetzung folgt ....

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Liebe Grüße - Gila + Anton

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