DER HUND – DER GEFÜHRT WIRD #2

Juni 28, 2019

Foto: Sasha Krajnakova

Foto: Sasha Krajnakova

In diesem Blogbeitrag möchte ich Ihnen aufbauend auf dem letzten Blogbeitrag die Übereinkünfte in der Hundewelt näherbringen.

ÜBEREINKÜNFTE IN DER HUNDEWELT

Um sich als soziales Wesen in einer Gemeinschaft eingliedern und in dieser überleben zu können, müssen soziale Übereinkünfte getroffen werden. Hunde verhalten sich dabei ihrer Natur entsprechend überwiegend instinktgebunden.

Soziales Miteinander bedarf der Kommunikation

Ein sozialer Zusammenschluss mehrerer Individuen bedarf der Kommunikation. Dazu dient unter Hunden ein klar abgrenzbarer Bereich ihres Verhaltensrepertoires. Dieses Verhalten läuft erbkoordinativ ab und bedient sich einer Signalebene, die weitestgehend formkonstant ist. Die getroffenen Übereinkünfte sind gültig, bis neue Übereinkünfte notwendig werden (Änderung des Status, der inneren Gestimmtheit eines Individuums, der Gruppenzusammensetzung etc.).

Soziale Ordnung in Hundegruppen folgt einem Prinzip

Das Erkennen und Anerkennen gezeigter Emotionen und Bedürfnisse, die Abstimmung des eigenen Verhaltens auf den anderen und die Akzeptanz des anderen in seiner Befindlichkeit sind die wesentlichen Bestandteile, die der sozialen Ordnung in der Hundewelt zugrunde liegen. Hierfür notwendige Übereinkünfte werden auf einer besonderen Ebene (Gruppenorganisierende Verhaltensmuster - GrOVM) durch eine speziell dafür vorgesehene Form der Kommunikation getroffen. Dabei kommen mehr oder minder feststehende Symbole zur Anwendung, die tendenziell bestimmten Themenkreisen zugeordnet werden können. Hunde können sich nicht aussuchen, ob sie auf diese symbolischen Signale reagieren oder nicht.

Kommunikativer Abgleich auf höchster Ebene

Über GrOVM findet ein kommunikativer Abgleich statt. Diese Kommunikationsebene bewirkt, dass in den beteiligten Gesprächspartnern Bilder und Emotionen erzeugt werden, die annähernd die eigenen Ideen und Emotionen spiegeln. Hier gezeigte Verhaltensmuster bedienen sich einer Symbolik, die auch artübergreifend zwischen Hund und Mensch abläuft. Diese Symbole können vom Hundehalter gezielt genutzt werden und ermöglichen ihm die Realitätsebene seines Hundes mitzuerleben und darüber hinaus dessen Weltbild auf der Instinktebene mitzugestalten.

 

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